Der MGV im Laufe der Geschichte

Als unser Gesangverein gegründet wurde
Da lag die Zeit sehr weit zurück, in der Goethes Freund Zelter 1809 in Berlin eine erlesene "Liedertafel" und H. G. Naegeli in der Schweiz 1810 den "Zürcher Männerchor" gegründet hatten. Da lag auch die Zeit schon weit zurück, als nach den Befreiungskriegen von Napoleon und erneuter deutscher Kleinstaaterei die Männergesangvereine sich über Deutschland auszubreiten begannen. Damals vermittelten die Vereine jedem die "ganze deutsche" Liedkultur; sie waren klassen und grenzübergreifend, gaben jedem ein neues bürgerliches Selbstwertgefühl. Damals organisierten die Männergesangvereine Sängerfeste über enge Grenzen hinweg, landsmannschaftlich ausgerichtet: "es gab nord­deutsche, flämische, fränkische Liederfeste, ehe erstmals 1845 ein deutsches Liederfest in Würzburg veranstaltet wurde".

Die Gedanken sind frei. .., das Sängerwirken hatte damals auch einen politischen Hauch.

Nach den revolutionären Tagen von 1848 wurde spät das Reich gegründet, das nicht alle Deutschen umfaßte: 1871, nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich. Der Preußenkönig Wilhelm wurde Kaiser, die Gesinnung wurde bald patriotisch bis in die Schulen und Vereine hinein.

Als unser Gesangverein gegründet wurde

da lag es alles schon weit zurück. 1889 war bereits der zweite Wilhelm Kaiser. Zu seinem Geburtstag im Januar 1890 wurde ihm zu Ehren in Napp' s Saal in Bleckede ein großes Festessen organisiert; alle Honora­tioren waren geladen, und viele Hurras wurden auf seine Majestät ausgebracht. Und das Gründen von Männergesangvereinen war weit vorangeschritten; ja, man kann sagen, so richtig in Mode damals in unserer Gegend.Und ehe man in Barskamp daran dachte, gab es bereits Männergesangvereine in Breetze ("Teutonia"), in Nindorf, in Göddingen ("Germania" 1880), in Garlstorf("Concordia" 1886), inPommoissel.Ja, sogar einen zweiten Verein gab's in Bleckede ("Harmonie") , in Dahlenburg ("Eiche" 1888) und in Neuhaus neben "Harmonie" auch schon einen Gesangverein "Frohsinn"!


1889 fing nun ein Mann an, in Barskamp rührig zu werden. Es war Georg Schäfer. Am 17. Februar 1889 eröffnet er seine Gastwirtschaft "mit geräumiger Stallung". (Später Maak's, heute Dolge's) . Bereits am Vitusmarkt (18.Juni) lädt er ein zur "Einweihungsfeier seines Saales" (im ersten Stock, der heutige Saal ist um 1910 umgebaut). Da läßt er Theater spielen und annonciert die Aufführungen in der Zeitung. Gespielt wird z. B. "Schloß am Meer", "der Trompeter von Säckingen ", "Onkel Bräsig", plattdeutsch, von Fritz Reuter, mit Kapelle. Dann, im Oktober 1889 wird in seiner Gastwirtschaft der Gesangverein "Frohsinn" Barskamp gegründet. Und er, Georg Schäfer, wird Vorsitzender. -Liegt es da nicht nahe anzunehmen, daß sein Geschäfts- und Kultursinn an der Wiege unseres Vereins Pate gestanden haben? Ein "Lied hoch" darum unserem ersten 1. Vorsitzenden!



Der Vereinsname wurde sicher mit Bedacht gewählt. Die Namen "Liedertafel" und "Harmonie" waren anspruchsvoll, klangen doch darin die hehren kulturellen Ziele aus der Bewegung der Männerchöre aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts mit an. In "Concordia" schwang die Sehnsucht nach der Einheit der Nation mit -sie war erreicht. Aber man wollte sich auch nicht so kräftig patriotisch geben, wie es in den Bezeichnungen "Germania", "Teutonia" oder "Eiche" zum Ausdruck kommt. Natürliche Freude an Geselligkeit und Gemeinschaftsgefühl müssen schon damals das alle einigende Band gewesen sein, daß die Sänger sich -wie der Neuhäuser Chor -den Namen "Frohsinn" gaben. Und dieses als Hauptziel und bestimmendes Gefühl verbindet noch uns Heutige nach vier Generationen mit unseren Gründungsvätern.

Fidelitas = Frohsinn!


DLuschert


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